Allgemeine Informationen zum Thema Gesundheit auf den Malediven!

Die medizinische Versorgung auf den Malediven entspricht nicht im Geringsten den europäischen Standards. Man sollte sich für die Malediven entsprechend versichern, das heißt eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholservice abschließen. 

Ernsthafte Erkrankungen können nur in Singapur, Dubai oder Indien behandelt werden. Wobei Deutsche, Schweizer und Österreicher für die Einreise nach Indien ein Visum benötigen.  Leichtere Erkrankungen können entweder auf der Insel durch einen Arzt/Assistenzarzt behandelt werden oder in einem der beiden Krankenhäuser in Malé.

  • Medikamente

    Einfuhr von Medikamenten

    Die Einfuhr von Medikamenten wird streng kontrolliert, bei der Mitnahme von verschreibungspflichtigen Medikamenten muss eine Bescheinigung vom Arzt vorliegen. Die Bescheinigung muss auf Verlangen in englischer Sprache vorgelegt werden, Dauer und Dosierung müssen bescheinigt werden. Bekannte, nicht verschreibungspflichtige Medikamente wie Tabletten gegen Kopfschmerzen oder Durchfall sind hingegen kein Problem.  Nie einzelne Tabletten mit sich führen, sondern immer verpackt, am besten in Originalschachtel.

    Medikamente für die Reiseapotheke

    Medikamente gegen Durchfall, Kopf- und Zahnschmerzen etc. sollte man in der Reiseapotheke haben und die sollte auf Haltbarkeit und Vollständigkeit kontrolliert werden. Eine Reiseapotheke für die Tropen sieht natürlich anders aus als für die Schweizer Berge. Richten Sie die Reiseapotheke daher entsprechend dem Reiseziel aus. (Reiseapotheke für die Malediven)

  • Impfungen

    Impfungen für die Einreise auf die Malediven

    Für Reisende aus Deutschland, der Schweiz und Österreich besteht keine Impfpflicht bei der Einreise auf die Malediven. Empfohlen werden Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (nachzulesen beim RKI). Reisende aus Gelbfieber gefährdeten Ländern müssen eine gültige Gelbfieberimpfung nachweisen. Was Impfungen betrifft, so sollte man immer den Hausarzt konsultieren.

  • Krankenhäuser

    Krankenhäuser auf den Malediven

    Auf den Resortinseln ist entweder ein Arzt oder ein/e Arzthelfer/in vorhanden. Falls nicht vor Ort können diese jedoch kurzfristig telefonisch herbeigerufen werden.

    Einige Inseln verfügen sogar über eine kleine Klinik. Kuramathi ist so eine Insel, sie verfügt über eine medizinische Klinik mit Druckkammer für Tauchunfälle. Die Klinik wird auch von Einheimischen benutzt. Auch Bandos verfügt über eine Klinik mit Dekompressionskammern.  

    Weiterhin gibt es auf einigen Inseln noch sogenannte Gesundheitszentren, diese sind meistens jedoch nur mit einer Krankenschwester besetzt. Auf Male gibt es zwei Krankenhäuser, das ADK Hospital und das Indira Gandhi Memorial Hospital. Bedenken Sie, dass eine Behandlung kostenpflichtig ist und sofort bezahlt werden muss.

  • Korallen

    Korallen sehen über dem Wasser aus wie graue oder schwarze Steine am Meeresgrund. Die Realität ist aber, dass es sich um eine Ansammlung von Millionen von Organismen handelt. Diese Organismen spielen eine große Rolle im Schutz der Insel.

    Sie sind es, die die Wellen brechen lassen, sie wachsen mit dem Meeresspiegel immer dem Licht nach, steigt der Meeresspiegel wachsen auch die Korallen. Sie bieten dadurch der Insel einen Schutz vor Wellen und geben ihr Stabilität. Fast 1/4 der Meeresbewohner finden in Korallen Schutz und Nahrungsquellen.

    Ohne Korallen/Korallenriffe keine Insel! Korallen kann man leicht beschädigen, die filigranen Verästelungen brechen einfach ab. Tritt man auf eine Koralle hat man die Koralle zerstört und sie stirbt ab. Jahrelanges Wachstum ist nötig um nur 1 cm zu wachsen, mit dem Zerstören von Korallen zerstört man ein über Jahrzehnte gewachsenes Ökosystem. Am Urlaubsort können Korallen ziemlich gefährlich sein. Korallen sind sehr scharf und es kann zu Schnittverletzungen kommen, die sich entzünden können. Weiterhin verstecken sich Meeresbewohner zwischen den Korallen, einige von Ihnen sind giftig oder „bissig“ wenn man Ihnen zu nahe kommt.

  • Taucherkrankheit

    Die Taucherkrankheit ist eine ernste Angelegenheit, die durch zu tiefes Tauchen, zu schnelles Aufsteigen oder zu langes Verweilen in der Tiefe entstehen kann. Die Symptome sind vielseitig und gehen von starker Müdigkeit, Schmerzen in den Gliedern, Taubheitsgefühl oder Lähmung und Atemnot hin zu Hautausschlag, Hautjucken oder Bewusstlosigkeit. Einzige Behandlungsmöglichkeit ist die Dekompressionskammer, wo unter Druck die Stickstoffblasen im Blut wieder langsam absorbiert werden. Man darf 24 Stunden vor Abreise nicht mehr tauchen gehen. Die maximale Tauchtiefe für Sporttaucher auf den Malediven beträgt 30 Meter, die maximale Tauchzeit darf 60 Minuten nicht überschreiten.

  • Sonnenbrand / Hitzeschlag

    Die Sonne in Äquatornähe ist ein nicht zu vernachlässigendes Problem. Besonders zwischen 12:00 und 15:00 Uhr ist die Sonnenstrahlung so intensiv, dass man schnell einen Sonnenbrand bekommen kann. In einer Reiseapotheke sollte daher ausreichend Sonnenschutz mit einem hohen UV-Schutzfaktor (≧ 50), wasserbeständig, vorhanden sein.

    Man kann das in den Shops der Resorts kaufen, jedoch zu relativ hohen Preisen. Beim Schwimmen im Meer sollte man ein T-Shirt tragen, da die Sonnenstrahlen auf dem Wasser reflektiert werden und man so noch schneller einen Sonnenbrand bekommt. Bei der Zimmerwahl im Hotel darauf achten, dass schattige Plätze zur Verfügung stehen. Was komischerweise nicht bei allen Hotels der Fall ist.

    Hitzeschlag

    Einen Hitzschlag ist ein ernster Zustand und kann auftreten, wenn im Körper der Wärme-Regelmechanismus zusammenbricht und die Körpertemperatur auf gefährliche Werte steigt. Ist man hohen Temperaturen über eine längere Zeit ausgesetzt und nimmt nur unzureichend Flüssigkeiten zu sich, kann das ein Hitzschlag hervorrufen.

  • Hepatitis

    Hepatitis A, auch als Gelbsucht bekannt, ist eine Viruserkrankung der Leber. Der Virus wird durch Wasser oder verunreinigte Lebensmittel übertragen. Vor allem sollte vermieden werden, rohe Lebensmittel zu verspeisen. Der einzige Schutz vor Hepatitis A ist eine Impfung. Bitte lassen Sie sich bei Ihrem Hausarzt beraten. Eine Impfung gegen Hepatitis A gehört zur Standard-Impfung eines Reisenden, besonders in tropische und subtropische Länder mit geringen Hygienestandards.

  • Trinkwasser

    Es wird empfohlen, das Leitungswasser nicht zu trinken. Mineralwasser ist in allen Bars oder Restaurants verfügbar. Hotels stellen kostenlos 1 Flasche Wasser pro Person und Tag zur Verfügung.

    Das Wasser wird aus dem Meer entnommen, entsalzt und aufbereitet. Auch wenn die Betreiber behaupten, dass es Trinkwasserqualität hat, würden wir vom Konsum abraten. Es ist gut für Zähneputzen, Händewaschen und Duschen, aber als Getränk ist es nicht schmackhaft, es schmeckt fade. Natürlich ist das die einzige Wasserquelle für viele einheimischen Inseln.

  • Magen- & Darmerkrankungen

    Eine Reiseapotheke sollte auf jeden Fall Tabletten für Magen- und Darmerkrankungen sowie gegen Durchfall beinhalten. Die Nahrungsmittel in den Resorts werden aus weiten Teilen der Welt importiert, vorrangig Sri Lanka, Indien und Europa. Das Angebot ist reichhaltig und umfasst mehrere Geschmacksrichtungen. Man bekommt viele Dinge zu essen, die man sonst nicht auf dem Teller hat. Das verträgt sich nicht immer mit den europäischen Mägen. Viele Speisen sind scharf, beinhalten rohe Zutaten oder sind aus leicht verderblichen Zutaten. Eine schlechte oder unzureichende Kühlung oder Erwärmung der Speisen kann übriges dazu beitragen.

Alles Gefährliche befindet sich unter Wasser

Bild: Hai

Die Malediven sind ein relativ sicheres Reiseland. Es gab bisher nur einen Tsunami (2004), es gibt keine Wirbelstürme oder Erdbeben. Politische Unruhen sind auf den Resortinseln nicht zu befürchten. Die größte Gefahr auf den Malediven befindet sich im und unter Wasser. 

Starke Strömungen machen das Schwimmen, Tauchen und auch das Schnorcheln an vielen Stellen gefährlich, auch wenn diese nicht so aussehen. Im Hotel sind die Bereiche, die nicht zum Schwimmen, Schnorcheln oder Tauchen geeignet sind, ausgewiesen. Man sollte fragen, wo es am sichersten ist, ins Wasser zu gehen. 

Innerhalb der Lagune ist das Wasser meist nur Knie- oder Hüfthoch, dennoch können im sandigen Meeresgrund Stachelrochen liegen. Tritt man auf sie, schießt der Schwanz mit seinem Widerhaken wie eine Peitsche hoch und kann das Bein treffen, das führt zu einer schmerzhaften Wunde, die sich entzünden kann. Normalerweise gleiten Stachelrochen davon, wenn man ihnen zu nahe kommt. Wird man von einem Stachelrochen gestochen, sollte man die Wunde sofort mit heißem Wasser ausspülen und den Arzt aufsuchen. 

Seeanemonen sind zwar bunte, aber giftige Geschöpfe, wenn man sie berührt. Der Stachel (Nesseln) fügt einem empfindliche Schmerzen zu. Es sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. 

Verletzungen durch Korallen sind relativ häufig. Immer wieder werden trotz Verbots Korallen abgebrochen oder es wird darauf herumgetrampelt. Auch wenn man unachtsam ist, kann es passieren, dass man sich an einer Koralle verletzt. Die Verletzungen können Infektionen hervorrufen und sollten umgehend mit Desinfektionsmitteln gereinigt und desinfiziert werden. Einige Korallen sind darüber hinaus auch noch giftig. 

Bild: Stachelrochen
Seeigel sind eine Plage, die meisten Hotels entfernen sie, auch sind sie gut im klaren Wasser zu sehen. Man darf nur nicht unachtsam sein und rauf treten. Die Stacheln tun höllisch weh und lassen sich nur mühsam entfernen. 

Haie sind Furcht einflößende Geschöpfe, in den Malediven gibt es gewissermaßen keine Angriffe von Haien, die meisten sind harmlos.

Der Steinfisch gehört zu den giftigsten Tieren auf der Welt. Sein Nervengift in den Stacheln seiner Rückenflossen kann einen Menschen problemlos töten, auch wenn das kaum passiert. Der Fisch ist gut getarnt unterwegs, meistens ist er an Felsriffen, Korallenriffen und auf sandigen Boden in flachen Gewässern zu finden. Der im Indischen Ozean vorkommende Steinfisch (lat. Synanceja verrucosa) wird auch der echte Steinfisch genannt. Dieser braun-rote Fisch (weitere Farben kommen vor), vergräbt sich gern in flachen Gewässern im Sand und tarnt sich als Stein. Das Gift verursacht starke Schmerzen und kann zu einem Schock oder Absterben des Gewebes führen. Besonders Menschen mit einem schwachen Immunsystem, Kinder oder ältere Menschen können daran sterben.

Malaria, Dengue, Chikungunya Fieber

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Moskitos

Mückenstiche gehören in den Tropen zu den Gefahren, vor denen es sich zu schützen gilt. Malaria, Denguefieber, Chikungunya Fieber, Filariosen (Fadenwürmer) und andere Krankheiten werden von Mücken übertragen. Man sollte sich zu Tages- und Nachtzeiten vor Mückenstiche schützen. Da Sie sich in den Tropen befinden, sind Moskitos jedoch normal. In den Resorts gibt es nur wenig offenes Süßwasser, wo sich Moskitos vermehren können, weiterhin werden die meisten Inseln regelmäßig eingenebelt, um Mücken und Mückenlarven abzutöten. Saubere Inseln haben erfahrungsgemäß weniger Mücken als verschmutzte Inseln.

Dengue

Das Denguefieber, eine Viruserkrankung, wird durch Stechmücken wie die Tigermücke oder der Gelbfiebermücke übertragen. Die Mücke ist tagaktiv, weiblich, mag keine direkte Sonne, sticht bevorzugt bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang, mag stehendes, ruhiges Süßwasser/Brackwasser. Vermehrt tritt das Denguefieber während der Regenzeit zwischen Mai und September auf, aber auch danach. Eine vorbeugende Impfung gibt es nicht. Ein neuer Impfstoff ist vorrangig für Menschen, die in einem endemischen Gebieten leben, zwischen 9 und 45 Jahre alt sind und bereits mindestens eine dokumentierte Dengue-Virusinfektion durchgemacht haben. Die beste Schutzvorkehrung, die Sie treffen können, ist die Klimaanlage in ihrem Zimmer laufen zu lassen, helle Kleidung tragen und sich konstant mit Mückenschutz einreiben.

Malaria

Malaria ist auf den Malediven nicht weitverbreitet.

Chikungunya

Es gibt weitere Mückenarten, die unter anderem Chikungunya Viren übertragen. Die Symptome sind der Malaria ähnlich. Es gibt keine Impfungen und keine wirksamen Medikamente gegen die Chikungunya Viren. Auch hier ist ein Mückenschutz dringend zu empfehlen.

Chikungunya wird wie Dengue von dem Stich tagaktiver Mücken übertragen. Der Krankheitsverlauf ist ähnlich dem der Malaria, mit Kopf- und Gliederschmerzen sowie hohes Fieber. Es gelten die gleichen Vorsorgemaßnahmen wie beim Denguefieber. Die Inkubationszeit beträgt zwischen drei und sieben Tagen.

Nach einer überstandenen Erkrankung ist man sein Leben lang immun. Todesfälle sind selten zu verzeichnen. Es gibt sogar Fälle, bei denen man eine Erkrankung nicht merkt oder diese mit einer Grippe verwechselt.

In den Malediven ist das Denguefieber weitverbreitet, die gemeldeten Fälle schwanken jedoch von Jahr zu Jahr und sind größtenteils auf die einheimischen Inseln und Malé begrenzt. Die Anzahl der erkrankten Touristen ist unbekannt oder ungenau, da die Inkubationszeit von drei bis zu 14 Tagen betragen kann und bis dahin sind viele der Touristen wieder zu Hause.

Man darf die Gefahr der durch Moskitos übertragenen Krankheiten, vorwiegend in den Tropen, keinesfalls vernachlässigen. Man sollte auch nichts auf Zahlen oder Erfahrungsberichte geben und sich auch nicht auf Aussagen von Anderen verlassen, sondern den normalen Verstand walten lassen.

Wenn man mit Kindern auf die Malediven fliegt oder man schon einmal Denguefieber hatte, ist der Hausarzt der beste Ansprechpartner. Als Mückenschutz haben sich Insektenabwehrmittel mit dem Wirkstoff Diethyltoluamid, besser bekannt als DEET, bewährt. Dieser Wirkstoff wird in Deutschland von bekannten Firmen wie Autan oder Anti Brumm eingesetzt.

  • Benutzen Sie Moskitonetze, möglichst imprägniert, auch über Ihrem Bett
  • Tragen Sie helle Kleidung, möglichst imprägniert, man kann auch Kleidungsstücke einsprühen
  • Klimaanlage laufen lassen, Mücken hassen Kälte
  • Konsequentes auftragen des Mückenschutzes mit dem Wirkstoff DEET
  • Nachts Verdampfer, Sprays und Räucherspiralen zusätzlich benutzen

 

 

Kann man sterben, wenn man ein zweites Mal gestochen wird?

Wer einmal von einer Tigermücke mit dem Dengue Virus infiziert wurde, ist anhaltend immun nur gegen einen der insgesamt 4 Virustypen. Nur weil man bereits einmal infiziert war, heißt das also nicht, dass man nicht wieder infiziert werden kann. Die Gefahr bei einer zweiten Infizierung zu sterben oder schlimmere Folgen erleiden zu müssen, ist genauso hoch wie bei der ersten Infizierung. Laut der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin DTG heißt es: „Ist es nicht gerechtfertigt, Reisenden, die ein Dengue Fieber durchgemacht haben, von weiteren Aufenthalten in Verbreitungsgebieten abzuraten.“ 

Zusammenfassend:

  • Es gibt keine Impfung gegen Dengue
  • Konsequenter Mückenschutz bei Reisen in die Tropen und Subtropen ist unerlässlich
  • Besondere Aufmerksamkeit beim Mückenschutz ist bei Kindern besonders wichtig
  • Konsultieren Sie Ihren Hausarzt vor Reisen in die Tropen
  • Kaufen Sie ausreichend Mückenschutz (DEET) bereits in Deutschland, auch ein imprägniertes Mückennetz inkl. Schnur